Gilberto Zorio OPERE
Gilberto Zorio wurde in Andorno Micca am 21. September 1944 geboren und studierte an der Albertina Akademie in Turin, wo er früh ein Augenmerk auf die Materie als „tatsächliche Gegebenheit“ und nicht als bloßes Symbol entwickelte. Er debütierte 1963 in der Kleinen Galerie für moderne Kunst in Turin und setzte sich ab 1967 als eine der markantesten Stimmen der Arte Povera durch. In diesem Umfeld teilte er eine Atmosphäre der Erprobung, die Prozesse, Wandlungen und die körperliche Präsenz der Materialien in den Mittelpunkt stellt: In seinen kunstwerken ist Energie kein abstrakter Begriff, sondern eine Bedingung, die im Raum sichtbar und messbar ist. 1968 nahm er an „Arte Povera + Arme Aktionen“ in Amalfi teil: Dort festigte er die Verbindung zu Germano Celant und begann eine Zusammenarbeit mit Marcello Rumma, der viele Forschungen der Gruppe unterstützte. 1969 zeigte er seine erste Einzelausstellung in Paris in der Galerie Ileana Sonnabend, ein entscheidender Schritt zur Internationalisierung seines Schaffens. In den folgenden Jahren intensivierte er seine Präsenz in Institutionen und Ausstellungen: 1973 stellte er in der Galerie Gian Enzo Sperone aus und nahm an der Quadriennale in Rom teil; 1976 zeigte er seine Werke im Kunstmuseum Luzern, während er Ende der 70er und in den 80er Jahren seine Forschungen in Häusern wie dem Stedelijk Museum Amsterdam sowie in italienischen und internationalen Galerien präsentierte. Er war Teilnehmer der Biennalen von Venedig in den Jahren 1978, 1980 und 1986 (bei der letzten widmete man ihm einen eigenen Saal) und nahm 1992 an der Documenta IX in Kassel teil, womit er seine Rolle im Diskurs um prozesshafte Kunst bestätigte. Im Laufe seiner Laufbahn realisierte er zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem im Centre Georges Pompidou und in verschiedenen internationalen Einrichtungen; in den frühen 2000er Jahren zeigte er seine Werke auch an Orten wie der Dia Art Foundation (Chelsea) und der Tate Modern. 2011 präsentierte das MAXXI eine Hommage an die Arte Povera mit einer großen Installation des Künstlers, und 2023 nahm er mit der Galerie Lia Rumma an der miart teil. Privat ist Zorio mit der Videokünstlerin Grazia Toderi verheiratet. Seine Arbeit zeichnet sich heute durch eine Poetik aus, in der Licht, Energie und Wandlung der Antrieb jeder Form bleiben.
Die kunstwerke von Gilberto Zorio entstehen oft als offene Vorrichtungen: Sie lösen Reaktionen aus und stellen ein Gleichgewicht dar, das sich im Laufe der Zeit verändern kann. Zu den historischen Arbeiten gehört Zelt (1967), das die Verdunstung und Kristallbildung von Salz festhält und ein einfaches Tuch in eine „lebendige“ Landschaft verwandelt, die sich vor dem Betrachter entfaltet. Im selben Jahr kehrt Säule (1967) die traditionelle Vorstellung von Festigkeit um: Ein schwerer Leiter liegt auf einem Schlauchreifen, und das kunstwerk wird zum Bild von Spannung und Unsicherheit. In Fleck III (1968) hat der Künstler den Gummi im Raum schwebend aufgehängt und betont die Idee, die Skulptur zu heben und auch den „Luftraum“ einzunehmen. Die Erforschung der Energie wird in Arbeiten wie Glühender Draht (1970), Speer (1971) und Laserstrahl (1975) deutlich, Vektoren, die Formen und Bahnen bilden, oft verbunden mit dem Motiv des Sterns. Neben Schmelztiegeln, Wannen und Destillierapparaten treten Elemente von Reise und Erzählung auf: Nuraghenboot (2000) ruft Durchquerungen von Kulturen und Bewegung im Raum hervor. Diese Intensität zeigt sich auch in der Papierarbeit: Zorio schuf Steindrucke, Siebdrucke und Radierungen, in denen Zeichen, materielle Eingriffe und manchmal farbliche Akzente die gleiche Logik von Energie und Wandlung fortsetzen, die seine Installationen und Skulpturen leitet.
Gilberto Zorio Bewertungen
Die Bewertungen von Gilberto Zorio schwanken stark je nach Größe, Zeitraum, Herkunft und Komplexität der Aufstellung. Bei Auktionen liegen die Skulpturen und bedeutenden dreidimensionalen Arbeiten meist im mittelhohen Bereich: Dokumentierte Ergebnisse zeigen Zuschläge im Bereich von zehntausenden Euro (zum Beispiel erzielte ein Los bei einer Dorotheum-Versteigerung 22.100 €), mit Spitzenwerten, die auf dem internationalen Markt je nach Werk deutlich höher liegen können. Für Gemälde und einzigartige Arbeiten auf traditionellem Träger werden oft Schätzungen und Ergebnisse im Bereich von zehntausenden für bedeutende kunstwerke genannt. Zeichnungen und Mischtechniken auf Papier bewegen sich gewöhnlich in einem zugänglicheren Bereich (zum Beispiel Schätzungen um 1.000–1.500 € bei einigen italienischen Auktionen). Die Grafik — Steindrucke und Radierungen — bewegt sich oft zwischen einigen hundert Euro und einigen tausend, wobei Radierungen mit einem Ausrufpreis um 1.500 € angeboten werden.
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