DOBASHI Jun - EmporiumArt

DOBASHI Jun

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Das Werk von Jun Dobashi steht im Dialog zwischen Japan und Europa, der dazu beigetragen hat, die Sprache der Abstraktion in der Nachkriegszeit neu zu definieren. In seinen Kompositionen bilden Farbe, Materialität und Geste dynamische Oberflächen, auf denen das Bild nicht von der Darstellung erkennbarer Gegenstände abhängt. Die Freiheit des Strichs und die Farbintensität sind das Ergebnis eines Weges, der in unterschiedlichen kulturellen Umfeldern gereift ist, ohne dass der Künstler auf seine eigene Ausdrucksidentität verzichtet.

Japanische Ausbildung und erste Aufenthalte in Frankreich

Dobashi wurde 1909 in Tokio geboren und erhielt dort seine Ausbildung in einem künstlerischen Umfeld, das sich für die Veränderungen der modernen Malerei interessierte. Seine frühen Erfahrungen waren mit dem Umfeld der Gruppe Shinjuki verbunden, die den Austausch mit europäischen Kunstströmungen suchte. 1938 kam er nach Paris und besuchte die Académie Ranson: Der Aufenthalt, der mit dem Ausbruch des Krieges endete, ermöglichte ihm unmittelbaren Kontakt mit einer Kunstkultur, in der die Avantgarden die traditionellen Prinzipien der Darstellung bereits infrage gestellt hatten.

Nach seiner Rückkehr nach Japan lässt sich Dobashi 1953 erneut in Paris nieder und bleibt dort lange, bis 1973. Diese zweite Zeit dort findet unter ganz anderen Bedingungen statt als in den Dreißigerjahren. Die französische Hauptstadt ist zu einem Zentrum des Informel und des Tachismus geworden, Kunstströmungen, die der Geste, dem Fleck und der Materialität eine entscheidende Rolle zuschreiben. 1954 stellt der Künstler in Paris aus und findet nach und nach Zugang zu einem internationalen Umfeld, in dem sehr unterschiedliche individuelle Wege nebeneinander bestehen.

Farbe und Geste in der Abstraktion

In Dobashis reifem Werk beschreiben die Formen keine Figuren oder Landschaften: Sie entstehen vielmehr aus dem Zusammenspiel von Farbflächen, Überlagerungen und Spuren der Handbewegung. Intensive Farbtöne können auf dunkle Bereiche oder zurückhaltendere Flächen treffen und Kontraste erzeugen, die der Komposition Tiefe und Rhythmus verleihen. Die Malerei verbirgt den Entstehungsprozess nicht unbedingt; im Gegenteil: Unregelmäßigkeiten und Schichtungen lassen erkennen, wie sich das Bild entwickelt hat.

L'Die Einordnung in den Tachismus hilft, die Freiheit seiner Ausdrucksweise zu verstehen, sollte aber nicht als erschöpfende Formel ausgelegt werden. Die scheinbare Spontaneität geht mit einer sorgfältigen Verteilung der Farbflächen einher, und das Gleichgewicht des Bildes ergibt sich aus den Beziehungen zwischen Elementen, die sich im Raum zu bewegen scheinen. Dobashi beteiligt sich an der Debatte um die École de Paris, eine Bezeichnung, die keine einheitliche Stilrichtung beschreibt, sondern eine Gruppe von Künstlern unterschiedlicher Herkunft, die in der französischen Hauptstadt tätig waren.

Ein Dialog zwischen unterschiedlichen Sensibilitäten

L'Die japanische und die europäische Erfahrung sind beide wichtig für das Verständnis seines Werks, doch wäre es verkürzend, jede Linie als direkte Ableitung von der ostasiatischen Kalligrafie zu erklären. Dobashi entwickelt eine eigene Ausdrucksweise durch Studium, Experimentieren und den Austausch mit anderen Künstlern. Die gestische Freiheit, die Aufmerksamkeit für die Oberfläche und das Verhältnis von Fülle und Leere können an Sensibilitäten erinnern, die verschiedenen Traditionen gemeinsam sind, ohne dass sie auf einen einzigen Ursprung zurückgeführt werden müssen.

Während seines Aufenthalts in Paris stellt er auf Veranstaltungen wie dem Salon d'Automne, dem Salon de Mai und dem Salon des Comparaisons aus. Die Einzelausstellung von 1961 in der Redfern Gallery in London trägt dazu bei, seine Arbeit einem internationalen Publikum vorzustellen. Diese Erfahrungen zeugen von einer Karriere, die sich über nationale Grenzen hinaus entwickelte und in ständigem Austausch mit der zeitgenössischen Abstraktion stand.

Grafik und die Bedeutung der Linie

Neben der Malerei widmet sich Dobashi der Lithografie und anderen grafischen Techniken. Der Druck bietet die Möglichkeit, das Verhältnis zwischen Geste und Farbe auf Papier auszuloten, jedoch unter anderen technischen Bedingungen als bei einem Gemälde. Farbflächen und Linien müssen sich mit dem Druckverfahren auseinandersetzen, und gerade diese Veränderung kann eigenständige Ergebnisse hervorbringen. Bei den kunstdrucke muss im Einzelfall geprüft werden, ob es sich um originale Lithografien, andere Druckgrafiken oder Reproduktionen handelt: Aus dem abstrakten Erscheinungsbild des Bildes allein lässt sich die Technik nicht ableiten.

Dobashi stirbt 1978 in Kōriyama. Sein Werk bleibt ein bedeutendes Zeugnis für die internationale Verbreitung künstlerischer Ausdrucksformen der Nachkriegszeit, als die Abstraktion zu einem gemeinsamen Feld der Auseinandersetzung wurde, ohne die Unterschiede zwischen den individuellen Erfahrungen aufzuheben.

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