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POSSENTI Antonio

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Antonio Possenti (Lucca, 1933 – 2016) war ein italienischer Maler und Illustrator, der ein sofort wiedererkennbares figuratives Universum schuf, bevölkert von exzentrischen Figuren, Tieren, Reisenden, ungewöhnlichen Gegenständen und Landschaften zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Seine Malerei verbindet erzählerischen Reiz, Ironie und eine feine melancholische Note. Die Szenen scheinen oft eine Geschichte zu erzählen, bieten aber nie einen endgültigen Schluss: Sie überlassen es den Betrachtenden, sich auszudenken, was zuvor geschehen ist und was danach geschehen könnte.

Die Entstehung einer persönlichen Vorstellungswelt

Verbunden mit Lucca entwickelte Possenti einen eigenständigen künstlerischen Weg, auf dem sich Zeichnung und die Beobachtung der Alltagswelt mit Literatur, Reisen und Fantasie verbinden. Seine figurative Kunst strebt keine fotografische Genauigkeit an. Die Figuren können veränderte Proportionen, theatralische Gesten und unerwartete Details aufweisen, als stammten sie aus einer illustrierten Erzählung oder einem besonders lebhaften Traum.

Der Bezug zur Erzähltradition sollte nicht dazu verleiten, seine kunstwerke als bloße Illustrationen zu betrachten. Jedes Bild besitzt eine präzise malerische Gestaltung: Die Farbe bestimmt die Atmosphäre, die Gegenstände schaffen symbolische Beziehungen und die kleinen Details laden zu einer langsamen Betrachtung ein. L’Ironie geht oft mit einem Gefühl von Einsamkeit oder Erwartung einher und macht die Kompositionen komplexer, als ihre scheinbare Leichtigkeit vermuten lässt.

Figuren, Tiere und imaginäre Reisen

In seinem Repertoire finden sich immer wieder Figuren von Seeleuten, Reisenden, Musikern, Tieren und fantastischen Wesen. Die Schauplätze können an Häfen, häusliche Innenräume, ferne Städte oder unbestimmte Landschaften erinnern. Das Reisen wird zu einem wiederkehrenden Motiv, nicht nur als geografische Bewegung, sondern auch als Öffnung zum Unerwarteten und zur Möglichkeit, die Wirklichkeit mit anderen Augen zu sehen.

Gegenstände haben oft eine entscheidende erzählerische Funktion. Ein Koffer, ein Musikinstrument oder ein Hut können auf die Identität einer Figur hindeuten, ohne sie vollständig zu erklären. Diese Aufmerksamkeit für Details rückt Possentis Malerei in die Nähe der Welt der Erzählung, lässt sie aber frei von einer vorgegebenen Handlung. L’immagine eröffnet sich als Episode einer umfassenderen Geschichte, die sich jeder vorstellen kann.

Malerei, Zeichnung und Grafik

Possenti arbeitete vor allem mit einer einfallsreichen figurativen Bildsprache, in der die Qualität von Zeichen und Farbe grundlegend bleibt. Arbeiten auf Papier und grafische Editionen ermöglichen einen konzentrierten Zugang zu seiner Welt, der sich besonders gut für die Betrachtung der Details eignet. Die Verbindung zum illustrierten Buch und zur literarischen Kultur trägt außerdem dazu bei, den erzählerischen Charakter vieler seiner Kompositionen zu erklären.

Um ein Werk korrekt zu katalogisieren, muss man zwischen Originalgemälde, Zeichnung, Kunstdruck und Verlagsreproduktion unterscheiden. Signatur oder Nummerierung allein geben keinen Aufschluss über eine Technik; Lithografie, siebdruck und andere Verfahren sollten nur angegeben werden, wenn sie dokumentiert sind. Trägermaterial, Maße, Auflage, Verlag und Herkunft sind wichtige Angaben, um jedes Exemplar präzise zu beschreiben.

Die Stärke von Possentis Malerei liegt in ihrer Fähigkeit, das Fantastische vertraut und das Alltägliche geheimnisvoll erscheinen zu lassen. Seine Figuren wollen nicht nur erkannt werden: Sie laden dazu ein, innezuhalten, zu betrachten und sich auf eine Welt einzulassen, in der die Fantasie eine Form der Erkenntnis ist.

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