CAMPIGLI Massimo

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Massimo Campigli (Berlin, 1895 – Saint-Tropez, 1971) war einer der Hauptvertreter der italienischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich durch stilisierte Frauenfiguren, monumentale Kompositionen und den Bezug zur antiken Kunst aus, insbesondere zur etruskischen. Nach einer Phase der Nähe zu den modernen französischen Strömungen entwickelt Campigli eine eigene Ausdruckssprache, die von reduzierten Formen, reliefartigen Oberflächen und zarten Farben geprägt ist. Seine Figuren scheinen einer entrückten Zeit anzugehören, in der die Moderne mit den Kulturen des Mittelmeerraums in Dialog tritt. Neben der Malerei schafft der Künstler bedeutende grafische Werke, Lithografien und illustrierte Bücher und trägt durch Originaldrucke dazu bei, seine Bildsprache zu verbreiten.

Ausbildung und Umzug nach Mailand

Massimo Campigli wird am 4. Juli 1895 in Berlin geboren.

1909 zieht er nach Mailand.

In seiner Jugend kommt er mit dem kulturellen Umfeld der Stadt in Kontakt, das von den Veränderungen der Avantgarden geprägt ist.

Er lernt die futuristischen Strömungen kennen und entwickelt ein Interesse an Literatur und Journalismus.

Seine künstlerische Ausbildung folgt keinem traditionellen akademischen Werdegang.

Die Malerei entwickelt sich nach und nach aus der Beobachtung und der Auseinandersetzung mit modernen Ausdrucksformen.

Paris und der Journalismus

1919 zieht Campigli nach Paris, wo er als Korrespondent des Corriere della Sera arbeitet.

Die französische Hauptstadt ist eines der wichtigsten Zentren der internationalen Kunst.

Campigli kommt mit zeitgenössischen Strömungen in Kontakt und widmet sich zunehmend intensiv der Malerei.

Die journalistische Tätigkeit ermöglicht es ihm, das Pariser Kulturleben unmittelbar zu beobachten.

1923 zeigt er seine erste Einzelausstellung in der Galleria Bragaglia in Rom.

Die ersten künstlerischen Einflüsse

In den Zwanzigerjahren orientiert sich Campigli am Purismus, an Fernand Léger und an der neoklassizistischen Malerei von Pablo Picasso.

Außerdem interessiert er sich für die Metaphysische Malerei.

Diese Erfahrungen tragen zur Entwicklung einer auf der Vereinfachung der Formen beruhenden künstlerischen Suche bei.

Die Figuren werden durch grundlegende Volumen angeordnet.

Die Komposition erhält einen monumentalen Charakter.

Die Beziehung zur modernen französischen Kunst bleibt wichtig, doch Campigli beginnt nach und nach, nach älteren Vorbildern zu suchen.

Die Entdeckung der etruskischen Kunst

1928 besucht Campigli die etruskische Sammlung des Museo di Villa Giulia in Rom.

Diese Erfahrung ist ein entscheidender Moment.

Der Künstler ist tief beeindruckt von den Skulpturen und Bildern antiker Zivilisationen.

Die etruskischen Figuren vermitteln eine andere Art, den menschlichen Körper darzustellen.

Die Proportionen richten sich nicht unbedingt nach einer naturalistischen Beobachtung.

Frontalität, Reduktion und Monumentalität werden zu grundlegenden Elementen.

In der antiken Kunst findet Campigli eine Sprache, die mit der Moderne in Dialog treten kann.

Weibliche Figuren

Die weiblichen Figuren werden zum bekanntesten Motiv in Campiglis Werk.

Die Frauen werden durch vereinfachte Formen dargestellt, oft frontal oder im Profil.

Die Körper nehmen eine geometrische Form an.

Die Gesichter wirken mitunter unbewegt und sind durch große Augen und markante, schlichte Gesichtszüge geprägt.

Die Figuren scheinen einer zeitlosen Dimension anzugehören.

Die Darstellung zielt nicht auf ein individuelles Porträt ab.

Vielmehr entsteht ein symbolisches Bild weiblicher Präsenz.

Frauen am Fenster

Zu den wiederkehrenden Themen zählen die Frauen am Fenster.

Die architektonischen Öffnungen ermöglichen es, den Raum durch eine Abfolge geometrischer Formen zu gliedern.

Die Figuren werden in Strukturen platziert, die an antike Gebäude erinnern.

Das Verhältnis zwischen Körper und Architektur wird grundlegend.

Die Frauen erscheinen bisweilen als unbewegliche Figuren in einer strengen Komposition.

Das Fenster ist nicht nur ein Element der Umgebung.

Trägt zur symbolischen Gestaltung des Raums bei.

Gruppenkompositionen

Campigli schafft zahlreiche kunstwerke mit Gruppen weiblicher Figuren.

Die Frauen können in Reihen, Kreisen oder symmetrischen Strukturen angeordnet sein.

Die Wiederholung der Formen erzeugt einen visuellen Rhythmus.

Die Figuren werden nicht unbedingt durch individuelle Details voneinander unterschieden.

Die Komposition stellt die Beziehung zwischen den Figuren in den Vordergrund.

Diese Suche erinnert an die Anordnung von Bildern in antiken Zivilisationen.

Die Sieben Italiener von Paris

1929 beteiligt sich Campigli gemeinsam mit Künstlern wie Giorgio de Chirico und Gino Severini an der Gründung der Gruppe der Sieben Italiener von Paris.

Die Gruppe trägt dazu bei, der italienischen Kunst im französischen Kulturleben Präsenz zu verschaffen.

Im selben Jahr zeigt Campigli eine Einzelausstellung in der Galerie Jeanne Bucher in Paris.

Seine Malerei erlangt zunehmend internationale Anerkennung.

Die Wandmalerei

In den dreißiger Jahren entwickelt Campigli eine bedeutende Tätigkeit im Bereich der Wandmalerei.

1933 beteiligt er sich gemeinsam mit Giorgio de Chirico, Achille Funi und Mario Sironi an der Ausgestaltung des Palazzo dell'Arte in Mailand.

Die bei dieser Gelegenheit entstandenen Dekorationen sind nicht erhalten.

Die Wandmalerei ermöglicht es Campigli, die Beziehung zwischen Figur und Architektur zu vertiefen.

Die Kompositionen nehmen monumentale Ausmaße an.

Die von der antiken Kunst inspirierte Bildsprache eignet sich besonders für diese Art der Gestaltung.

Farbe und Oberfläche

Campiglis Malerei zeichnet sich durch die Verwendung von zarten Farben und Oberflächen mit einer ausgeprägten Materialwirkung aus.

Die Farbtöne können an antike Fresken und Wandmalereien erinnern.

Rosa-, Ocker- und Grautöne sowie Erdfarben tragen dazu bei, schwebende Stimmungen zu erzeugen.

Die Oberfläche wirkt nicht immer vollkommen gleichmäßig.

Unterschiede in der Beschaffenheit verstärken den Bezug zur Freskentradition.

Die Farbe hat nicht nur eine beschreibende Funktion.

Sie trägt zur Gestaltung eines poetischen Raums bei.

Die Lithografien und die Originalgrafik

Campigli entwickelt eine bedeutende grafische Tätigkeit.

Die Lithografie zählt zu den Verfahren, die seiner Bildsprache besonders entgegenkommen.

Die Technik ermöglicht es, die Spontaneität der Zeichnung zu bewahren und Bilder durch das Zusammenspiel von Linien und Farben zu gestalten.

Weibliche Figuren, Gruppenkompositionen und Architekturen kehren häufig in den gedruckten kunstwerken wieder.

Die Originalgrafik bildet einen eigenständigen Bereich seines Schaffens.

Die Bilder bewahren die formale Verdichtung und die poetische Dimension, die für seine Malerei charakteristisch sind.

Die illustrierten Bücher

Campigli beteiligt sich an bedeutenden Verlagsprojekten.

1942 fertigt er Illustrationen für Il Milione von Marco Polo an.

1948 illustriert er Thésée von André Gide.

Die Auseinandersetzung mit der Literatur ermöglicht es ihm, Kompositionen zu entwickeln, in denen die Bildsprache mit der Erzählung in Dialog tritt.

Die Bilder beschränken sich nicht darauf, Episoden des Textes zu beschreiben.

Sie tragen zum Aufbau eines eigenständigen visuellen Universums bei.

Die internationalen Ausstellungen

Campigli erlangt zunehmend internationale Anerkennung.

In den 1930er-Jahren stellt er in New York in der Julien Levy Gallery aus.

1946 zeigt er eine Einzelausstellung im Stedelijk Museum in Amsterdam.

Er nimmt 1948 und in den folgenden Ausgaben an der Biennale von Venedig teil.

1967 widmet ihm der Palazzo Reale in Mailand eine bedeutende Ausstellung.

Seine internationale Bekanntheit zeugt von seiner Bedeutung für die Malerei des 20. Jahrhunderts.

Das künstlerische Erbe

Massimo Campigli stirbt am 31. Mai 1971 in Saint-Tropez.

Sein Schaffen steht für eine originelle Begegnung zwischen moderner Kunst und alten Traditionen.

Stilisierte Frauenfiguren, monumentale Kompositionen und zarte Farben bilden die grundlegenden Elemente seiner Bildsprache.

Durch Malerei und Grafik schafft er Bilder, die eine zeitlose Dimension heraufbeschwören.

Sein Werk bleibt ein bedeutendes Zeugnis des Dialogs zwischen Moderne und dem Gedächtnis der mediterranen Zivilisationen.

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