D'OORA Domenico - EmporiumArt

D'OORA Domenico

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Die Malerei von Domenico D’Oora lädt dazu ein, das zu betrachten, was auf den ersten Blick kaum zu geschehen scheint: eine gleichmäßig gefärbte Oberfläche, eine kaum wahrnehmbare Veränderung des Lichts, das Profil eines Bildträgers, das die gewohnte Geometrie des Bildes unterbricht. Hinter der scheinbaren Einfachheit seiner kunstwerke entfaltet sich eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Farbe, Material und Raum, bei der die Erfahrung des Betrachters zu einem integralen Bestandteil des Werks wird.

Die Anfänge und die künstlerische Ausbildung

D’Oora wurde 1953 in London geboren und gehört einer Generation an, die das Erbe der Abstraktion der zweiten Nachkriegszeit aufgriff und sich fragte, was die Malerei noch ausdrücken könne, nachdem sie die Notwendigkeit aufgegeben hatte, Figuren und Landschaften darzustellen. Neben seiner künstlerischen Praxis widmete er sich der Lehre und der theoretischen Reflexion und bewahrte dabei ein anhaltendes Interesse an der materiellen Konstruktion des Werks. Seine Ausstellungstätigkeit, die sich in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland entfaltete, begleitet einen Werdegang, in dem die Veränderungen der Bildsprache die zentrale Bedeutung der malerischen Oberfläche nie aufheben.

Von der Geometrie zur Malerei als Objekt

In den kunstwerke zur geometrischen Abstraktion ordnet D’Oora Formen und Farbflächen nach dem Prinzip von Gleichgewicht und Spannung und erkundet dabei bereits die Grenze zwischen Bild und Struktur. Ein bedeutendes Beispiel ist Oltre (1989), das sich in der Sammlung des MA*GA in Gallarate befindet: Die Verbindung gemalter Elemente mit Metallteilen führt eine objekthafte Dimension ein, die sich nicht auf eine bloße Komposition auf Leinwand reduzieren lässt. L’Aluminium, die Farbkontraste und die Gliederung der Formen tragen dazu bei, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Malerei mit ihrer eigenen physischen Präsenz auseinandersetzt.

Diese Aufmerksamkeit für den Bildträger vertieft sich im späteren Werk. Holz, mehrschichtige Platten, MDF und geformtes PVC sind keine bloßen Träger, auf die Farbe aufgetragen wird, sondern wirken unmittelbar an der Gestaltung des Werks mit. Kanten, Stärken und Rundungen werden zu Ausdruckselementen, während die bemalte Oberfläche über die Vorderseite hinaus in den umgebenden Raum hineinreichen kann. Die Grenze zwischen Malerei und Skulptur wird dadurch weniger klar: Das Bild bleibt ein Farberlebnis, erhält aber den Charakter eines eigenständigen Objekts.

Monochrom, Material und Licht

Das Monochrom nimmt in der reifen Schaffensphase des Künstlers einen zentralen Platz ein, ohne je auf eine einfache, einheitliche Farbfläche reduziert zu werden. Unter der scheinbaren Kontinuität der Farbe lassen sich Schichtungen, Erhebungen, leichte Unregelmäßigkeiten und Tonübergänge erkennen, die erst bei genauer Betrachtung hervortreten. Ändert der Betrachter seinen Standort, kann er sehen, wie eine zunächst kompakt wirkende Oberfläche durch Reflexe und Schatten zum Leben erwacht; verändert sich die Beleuchtung, wandeln sich auch die Beziehungen zwischen ihren Teilen.

In diesen kunstwerke ist das Licht kein äußeres Element, das das Gemälde lediglich sichtbar macht: Es legt nach und nach dessen Struktur offen. Die Malerei verlangt Zeit, denn ihre Bedeutung erschöpft sich nicht im unmittelbaren Erkennen eines Motivs. Vielmehr bildet die Erfahrung der Farbe, die als Material und als Präsenz im Raum wahrgenommen wird, den Mittelpunkt der Forschung. Auch die geformten und ovalen Formen, die im jüngsten Schaffen auftreten, erweitern diese Untersuchung durch Profile und Oberflächen, die unterschiedlich auf ihre Umgebung reagieren.

Die jüngsten Forschungen und Techniken

Die Ausstellung Painting Never Lies, die 2025 in der AD Dal Pozzo Galleria d’Arte in Padua gezeigt wurde, dokumentierte D’Ooras Interesse an dreidimensionalen Trägern, geschichteten Oberflächen und Farbtönen, die durch komplexe Beziehungen zwischen Pigment und Material entstehen. Ein Senza titolo aus dem Jahr 2023, gefertigt mit Acrylpolymer auf geformten Trägern aus MDF, Spanplatte, Holz und PVC, macht deutlich, wie untrennbar die Materialwahl mit dem visuellen Ergebnis verbunden ist: Die Farbe wird nicht einfach auf eine Form aufgetragen, sondern begleitet und verändert deren Wahrnehmung.

Sein dokumentiertes Schaffen umfasst vor allem Malerei, Mischtechniken und Arbeiten auf festen Trägern. Deshalb empfiehlt es sich, diese kunstwerke von der Originaldruckgrafik zu unterscheiden: Allein das Vorhandensein einer Arbeit auf Papier berechtigt nicht dazu, ihr eine bestimmte Drucktechnik zuzuschreiben. Insgesamt zeigt D’Ooras Werdegang, wie sich die abstrakte Malerei durch scheinbar elementare Fragen - Oberfläche, Farbe, Licht und Stärke - immer wieder erneuern und in ein komplexes, vielschichtiges visuelles Erlebnis verwandeln kann.

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